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Jutta Znidar, Jahrgang 52, Weg
und Werk
Kreative Gestaltung zieht sich wie ein roter Faden durch mein
Leben. Als ich im Februar 1978 in Frankfurt, zur Pionierzeit der Informatik,
eine Stelle bei einem amerikanischen Hersteller für Office Automation Systeme
begann, konnte ich noch nicht ahnen, welch nachhaltige Wirkung dieser Entscheid
für mein Leben haben würde. Bis 1990 hatte ich viele Gelegenheiten, meine
Kreativität, als Betriebswirtin und Organisatorin in verschiedenen Funktionen -
u. a. als Managerin, Beraterin, Dozentin, Projektleiterin - in verschiedenen
Branchen zweckorientiert anzuwenden. In zahlreichen Workshops begleitete ich
viele Menschen als Coach. Durch all diese Aufgaben wurde ich angeregt, mich
intensiv mit Menschen in Veränderungsprozessen auseinanderzusetzen.
Mensch-Mensch-Kommunikation, Mensch-Maschine-Kommunikation, Vernetztes Denken,
Visualisierung, Kreativität und Intuition waren Themen, die im Mittelpunkt
meiner Aufgaben standen. Daneben wuchs das Bedürfnis, Kopf, Hand und Herz
vermehrt zu integrieren. Ich besuchte verschiedene Kunstschulen, an denen ich
handwerkliche Fähigkeiten zur visuellen Darstellung erwerben konnte.
Seit 1980 lebe und arbeitete ich im Umfeld von
Zürich, seit 1990 als freischaffende Künstlerin. Seither kreierte ich u.
a. weit über 100 Bildobjekte aus Computer-Schrott. Diese fanden in
zahlreichen Ausstellungen ihre Liebhaber.
Werkbeschreibung
"Kreationen aus Computerschrott" 1994
- 1997
Anfänglich standen Wortspiele im Mittelpunkt. Ich schuf den
"Maustreiber", den "Headcrash", die "Weissen Mäuse", die "Chips",
"Memories", "Memory Upgrades", den "Micro-Professor", "Intelligent
Buildings". Hierfür setzte ich überwiegend Hardware-Teile wie
Leiterplatten, CDs, Druckerteile, Computermäuse als Gestaltungsmaterial
ein.
Während des Schaffens wurde mir
die Schönheit der für nutzlos verurteilten, jedoch funktionsfähigen
Einzelteile immer bewusster. Die genaue Betrachtung liess mich
wunderschöne Bestandteile erkennen, welche teilweise mit wertvollen
Edelmetallen beschichtet sind. Meine Werke wurden von nun an schlichter
und klarer. Die Schönheit der Materialien stand mehr und mehr im
Mittelpunkt. Einzelteile durften nun einfach für sich stehen und bekamen
so eine neue Bedeutung.
Computer-Schrott-Assoziationen >
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Computer-Schrott-Kreationen >
Dr. Ildiko Szentkuti, 'Notizen zu Jutta Znidar's Werken aus
Computer-Schrott' >
"Netzwerke"
und "Webseiten"
1998 - 2009
Auch entdeckte ich immer wieder
Kabel, welche einen neuen Daseinszweck forderten. Es entstanden
verschiedene Arbeiten wie: "Kabelsalat", "Kein Anschluss",
"Kabelbäume", "Alte Zöpfe", "Eiertanz", "Medien" und "Networker".
Später fing ich an, dicke graue und schwarze Kabel aufzuschneiden und
entdeckte ein farbenfrohes Innenleben - Kabelseelen.
In dieser Zeit verbreitete sich das World Wide Web in rasanter
Geschwindigkeit. Das Netz der Netze ist heute omnipräsent. Während der
Auseinandersetzung mit Netzwerken in vielen Disziplinen, sowie
ganzheitlichem Denken und Handeln, wurde ich 1997 durch eine
Pressemeldung inspiriert: "Mehr als eine Million Webseiten in der
Schweiz". Ganz kurz dachte ich an textile Gewebe. Schnell wurde mir
jedoch klar, dass "Websites" im Internet gemeint waren. Heute sollen
gegen 50 Milliarden Websites weltweit existieren. Inspiriert durch diese
Entwicklung entstanden ab 1997 meine ersten grossformatigen Werke
("Webseiten" und "Netzwerke").
Webseiten + Netzwerke >
"Lichtfänger"
und "Lichtblicke"
1998 - 2011
Als Gegenpol zur visuellen Reizüberflutung
reduzierten sich meine Gestaltungselemente mehr und mehr. "Weniger ist
Mehr" war die Devise. Von nun an stand und steht die meditative Wirkung
des Mal-Prozesses und der meiner Werke im Mittelpunkt meines Schaffens.
Seit 1998 arbeite
ich an Lichtfängern und Lichtblicken als Spiegel der Seele. Diese Werke
schaffen einen emotionalen Kontakt zwischen Betrachter und Bildobjekt.
Sie werden in einem langwierigen Prozess erstellt. Dieser kann sich über
Wochen oder Monate ausdehnen. Schicht um Schicht werden Farben in
unterschiedlichen Farbtönen lasierend aufgetragen und mit Stoff und
Papier zu einer harmonischen Einheit verbunden. Dadurch entstehen
reliefartige Bildobjekte in monochrom wirkenden Farben. Diese fangen
Licht und Farben der Umgebung ein und spiegeln beides zurück. Sie sind
"leise" und buhlen nicht um Aufmerksamkeit. Schenkt man ihnen
Hingabe und Achtsamkeit, schaffen sie ein Gefühl von Harmonie und
Wohlbefinden. Ruhe kann einkehren, die innere Stimme kann wahrgenommen
werden.
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Lichtfänger >
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Farb- und Struktur-Meditationen >
"digital-artwork-Kreationen" seit 2008
Aktuell setze ich den Computer als
Werkzeug für digital-artwork-Kreationen ein.
Diese stellen digitale Transformationen meiner früheren Werke, welche mit
handwerklichen Techniken kreiert wurden, dar. Die in Digitalaufnahmen
festgehaltenen Gestaltungselemente (Farben, Materialien und Strukturen) sind
massgebend für die neuen Kreationen und werden neu in Beziehung zueinander
gesetzt und umgestaltet. Dadurch wird eine einzigartige Bildsprache und
Intensität möglich. Individuelle Merkmale bleiben erhalten. Unendliche
Gestaltungsmöglichkeiten tun sich auf.
Die Präsentation dieser Werke erfolgt auf unterschiedlichen Medien.
Als erste Ausstellung stelle ich Leinwand-Drucke der Serien "Spuren +
Strukturen" (20x20cm) und "Phantasiereisen" Leinwandrucke (40x40cm) vor.
Spuren + Strukturen > |
Phantasiereisen >
Siehe auch
www.printart-jutta-znidar.ch >
Jutta Znidar,
Januar 2012
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