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Biografisches

Jutta Znidar 1995 - Kreation Intelligent Buildings   1995, bei der Kreation von Intelligent Buildings

Jutta Znidar, Jahrgang 52, Weg und Werk

Kreative Gestaltung zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben. Als ich im Februar 1978 in Frankfurt, zur Pionierzeit der Informatik, eine Stelle bei einem amerikanischen Hersteller für Office Automation Systeme begann, konnte ich noch nicht ahnen, welch nachhaltige Wirkung dieser Entscheid für mein Leben haben würde. Bis 1990 hatte ich viele Gelegenheiten, meine Kreativität, als Betriebswirtin und Organisatorin in verschiedenen Funktionen - u. a. als Managerin, Beraterin, Dozentin, Projektleiterin - in verschiedenen Branchen zweckorientiert anzuwenden. In zahlreichen Workshops begleitete ich viele Menschen als Coach. Durch all diese Aufgaben wurde ich angeregt, mich intensiv mit Menschen in Veränderungsprozessen auseinanderzusetzen. Mensch-Mensch-Kommunikation, Mensch-Maschine-Kommunikation, Vernetztes Denken, Visualisierung, Kreativität und Intuition waren Themen, die im Mittelpunkt meiner Aufgaben standen. Daneben wuchs das Bedürfnis, Kopf, Hand und Herz vermehrt zu integrieren. Ich besuchte verschiedene Kunstschulen, an denen ich handwerkliche Fähigkeiten zur visuellen Darstellung erwerben konnte.

Seit 1980 lebe und arbeitete ich im Umfeld von Zürich, seit 1990 als freischaffende Künstlerin. Seither kreierte ich u. a. weit über 100 Bildobjekte aus Computer-Schrott. Diese fanden in zahlreichen Ausstellungen ihre Liebhaber.


Werkbeschreibung

"Kreationen aus Computerschrott" 1994 - 1997

Anfänglich standen Wortspiele im Mittelpunkt. Ich schuf den "Maustreiber", den "Head­crash", die "Weissen Mäuse", die "Chips", "Memories", "Memory Upgrades", den "Micro-Professor", "Intelligent Buildings". Hierfür setzte ich überwiegend Hardware-Teile wie Leiterplatten, CDs, Druckerteile, Computermäuse als Gestaltungsmaterial ein.

Während des Schaffens wurde mir die Schönheit der für nutzlos verurteilten, jedoch funktionsfähigen Einzelteile immer bewusster. Die genaue Betrachtung liess mich wun­derschöne Bestandteile erkennen, welche teilweise mit wertvollen Edelmetallen be­schichtet sind. Meine Werke wurden von nun an schlichter und klarer. Die Schönheit der Materialien stand mehr und mehr im Mittelpunkt. Einzelteile durften nun einfach für sich stehen und bekamen so eine neue Bedeutung.

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Dr. Ildiko Szentkuti, 'Notizen zu Jutta Znidar's Werken aus Computer-Schrott' >


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Netzwerke" und "Webseiten" 1998 - 2009

Auch entdeckte ich immer wieder Kabel, welche einen neuen Daseinszweck forderten. Es entstanden verschiedene Arbeiten wie: "Kabelsalat", "Kein Anschluss", "Kabel­bäume", "Alte Zöpfe", "Eiertanz", "Medien" und "Networker". Später fing ich an, dicke graue und schwarze Kabel aufzuschneiden und entdeckte ein farbenfrohes Innenleben - Kabelseelen.

In dieser Zeit verbreitete sich das World Wide Web in rasanter Geschwindigkeit. Das Netz der Netze ist heute omnipräsent. Während der Auseinandersetzung mit Netzwer­ken in vielen Disziplinen, sowie ganzheitlichem Denken und Handeln, wurde ich 1997 durch eine Pressemeldung inspiriert: "Mehr als eine Million Webseiten in der Schweiz". Ganz kurz dachte ich an textile Gewebe. Schnell wurde mir jedoch klar, dass "Websites" im Internet gemeint waren. Heute sollen gegen 50 Milliarden Websites weltweit existieren. Inspiriert durch diese Entwicklung entstanden ab 1997 meine ersten grossformatigen Werke ("Webseiten" und "Netzwerke").

Webseiten + Netzwerke >


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Lichtfänger
" und "Lichtblicke"
1998 - 2011

Als Gegenpol zur visuellen Reizüberflutung reduzierten sich meine Gestaltungselemente mehr und mehr. "Weniger ist Mehr" war die Devise. Von nun an stand und steht die meditative Wirkung des Mal-Prozesses und der meiner Werke im Mittelpunkt meines Schaffens.

Seit 1998 arbeite ich an Lichtfängern und Lichtblicken als Spiegel der Seele. Diese Werke schaffen einen emotionalen Kontakt zwischen Betrachter und Bildobjekt. Sie werden in einem langwierigen Prozess erstellt. Dieser kann sich über Wochen oder Monate ausdehnen. Schicht um Schicht werden Farben in unterschiedlichen Farbtönen lasierend aufgetragen und mit Stoff und Papier zu einer harmonischen Einheit verbunden. Dadurch entstehen reliefartige Bildobjekte in monochrom wirkenden Farben. Diese fangen Licht und Farben der Umgebung ein und spiegeln beides zurück. Sie sind "leise" und buhlen nicht um Aufmerksamkeit. Schenkt man ihnen Hingabe und Achtsamkeit, schaffen sie ein Gefühl von Harmonie und Wohlbefinden. Ruhe kann einkehren, die innere Stimme kann wahrgenommen werden.

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"digital-artwork-Kreationen" seit 2008

Aktuell setze ich den Computer als Werkzeug für digital-artwork-Kreationen ein.

Diese stellen digitale Transformationen meiner früheren Werke, welche mit handwerklichen Techniken kreiert wurden, dar. Die in Digitalaufnahmen festgehaltenen Gestaltungselemente (Farben, Materialien und Strukturen) sind massgebend für die neuen Kreationen und werden neu in Beziehung zueinander gesetzt und umgestaltet. Dadurch wird eine einzigartige Bildsprache und Intensität möglich. Individuelle Merkmale bleiben erhalten. Unendliche Gestaltungsmöglichkeiten tun sich auf.

Die Präsentation dieser Werke erfolgt auf unterschiedlichen Medien.

Als erste Ausstellung stelle ich Leinwand-Drucke der Serien "Spuren + Strukturen" (20x20cm) und "Phantasiereisen" Leinwandrucke (40x40cm) vor.

Spuren + Strukturen > | Phantasiereisen >

Siehe auch www.printart-jutta-znidar.ch >
 

Jutta Znidar, Januar 2012
 

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© artwork JUTTA ZNIDAR